Privat

Welche privaten Absicherungen sind wichtig – und welche eher unnötig

Die einen sind zu wenig abgesichert, die anderen zu viel: In beiden Fällen kann Sie das viel Geld kosten.  Im folgenden möchte ich Ihnen einen kleinen Überblick geben, welche Versicherungen man haben sollte und auf was man eher verzichten kann. 

Vor dem Abschluss einer Versicherung sollten Sie sich überlegen, ob der damit verbundene Schaden wirklich versichert werden muss. Das wichtigste ist  dabei Ihre persönliche Situation und Belastung und darum gibt es hier keine pauschale 08/15 Lösung. Kann ein Schaden verhältnismäßig einfach gezahlt werden oder kann er existenzgefährdend für Sie sein? Wer zum Beispiel so krank wird, dass er nicht mehr arbeiten kann, steht vor dem wirtschaftlichen Aus – falls nicht eine Versicherung einspringt.

Nehmen Sie sich daher vor dem Abschluss einer Versicherung Zeit zum Überlegen und Vergleichen.

  • Brauche ich die Versicherung wirklich?
  • Was sind die versicherten Risiken?
  • Welche Einschränkungen gibt es in den Versicherungsbestimmungen?
  • Was ergibt ein Vergleich verschiedener Anbieter?
 

Wichtig:  Oft ändern sich die Lebensumstände oder es gibt neue passendere Angebote. Lassen Sie Ihren Versicherungsschutz daher regelmäßig überprüfen. 

Private Haft­pflichtversicherung

Eine der wichtigsten Versicherungen ist die private Haft­pflichtversicherung. Ein fahrlässig verursachter Unfall mit hohem Schaden kann einen Menschen schnell wirtschaftlich ruinieren und deshalb muss eigentlich  jeder eine Haft­pflichtversicherung haben.  Der Beitrag von rund 100 Euro pro Jahr ist im Vergleich dazu relativ günstig. 

 

Kranken­ver­si­che­rung

Eine Kranken­ver­si­che­rung ist in Deutschland natürlich Pflicht. Sie übernimmt entweder voll oder anteilig Ihre Kosten für eine Behandlung im Krankenfall. Als Arbeitnehmer mit einem Einkommen bis zur "Jahresarbeitsentgeldgrenze" sind Sie in der gesetzlichen Kranken­ver­si­che­rung pflichtversichert. Sie suchen sich eine Kranken­ver­si­che­rung aus und die Beiträge werden über das Gehalt abgerechnet, wobei der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge zahlt. Gutverdiener die über der gesetzlichen Grenze liegen oder Selbständige, können sich auch privat krankenver­sichern.

 

Berufs­unfähig­keitsversicherung

 Der staatliche Schutz ist im Falle einer Berufs­unfähig­keit eher gering. Diese kann nicht nur handwerklich tätige Menschen treffen, sondern auch Büroangestellte. Je später im Leben die Versicherung abgeschlossen wird, desto teurer wird sie. Darum rate ich jedem berufstätigen, sich frühzeitig über eine Absicherung der Arbeitskraft gedanken zu machen. 

 

Kfz-Versicherung

Die Kfz-Haft­pflichtversicherung ist ebenfalls eine Pflichtversicherung in Deutschland.  Ergänzend dazu ist die Kaskoversicherung freiwillig und sichert Schäden am eigenen Wagen ab. Je höher der Wert Ihres  Wagens ist, desto eher sollte auch sie abgeschlossen werden. Die Kfz-Haft­pflichtversicherung umfasst Sach-, Per­sonen- und Vermögensschäden, die Sie Dritten verursachen. Bei beiden Versicherungen lohnt der Vergleich. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Angebot können schnell hunderte Euro liegen. 

Haus­rat­ver­si­che­rung

Eine Haus­rat­ver­si­che­rung sichert den Wert des eigenen Hausrats ab. Sie deckt Sachschäden an Einrichtungs-, Gebrauchs- und Verbrauchsgegenständen. Ob sie erforderlich ist, hängt vom Wert der Gegenstände ab. Vorsicht gilt bei Altverträgen. Hier besteht die Gefahr der Unterversicherung, da sich im Laufe des Lebens auch der Hausrat ändern kann. Tritt dann ein Schadensfall ein, wird dieser bei einer Unterversicherung nur anteilig berechnet. In einigen Haus­rat­ver­si­che­rungen ist das Fahrrad mitversichert. Damit erübrigt sich eine gesonderte und zumeist teure Fahrradversicherung.

 

Risiko-Lebensversicherung

Eine Risiko­lebens­ver­si­che­rung kommt für Sie in Fragen, wenn andere von Ihren wirtschaftlich abhängig sind. Z.B. Eltern – Väter und Mütter – im Familienverbund. Sie sichert die Hinterbliebenen finanziell ab.

Dem entgegen kann auf Ka­pi­tal­le­bens­ver­si­che­rungen verzichtet werden. Diese gelten eher als Sparverträge und weniger als Versicherung, auch wenn sie in den meisten Fällen einen Todesfallschutz beinhalten.

 

 

Ge­bäude­ver­si­che­rung

Eine Wohngebäudeversicherung dient dem Schutz Ihrer Immobilien gegen Schäden durch Brand, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel. Dieser Grundschutz kann durch den Schutz vor Elementar- und Überspannungsschäden erweitert werden. Jeder Immobilienbesitzer sollte eine den Ansprüchen entsprechende Ge­bäude­ver­si­che­rung haben.   

 

Glasbruchversicherung

Auf eine Versicherung für Schäden gegen Glasbruch kann man dafür oft verzichten. Zwar kann eine kaputte Scheibe einige hundert Euro kosten. Das bringt aber in den meisten Fällen niemanden an den Rand des Ruins. Steht zudem der Verursacher fest, wird dessen Haft­pflicht in die Pflicht genommen.

 

 

Insassenunfallversicherung

Eine Insassenunfallversicherung übernimmt meist nur Risiken, die bereits anderweitig abgedeckt sind. Die Beiträge sind zwar gering, nutzen Ihnen aber kaum. Denn den Einzahlungen stehen fast keine Schäden gegenüber. Die enthaltenen Komponenten, wie etwa Krankenhaustagegeld, sollten besser als Kranken­zusatz­ver­si­che­rung abgeschlossen werden. Dann zahlt die Versicherung nicht nur bei Autounfällen.

 

Auslands­reise­kranken­ver­si­che­rung

Wer ins Ausland reist, sollte auch eine Auslands­reise­kranken­ver­si­che­rung haben. Das gilt für gesetzlich und  privat Versicherte gleichermaßen. Leicht kann bei einer langen Autofahrt, beim Sport, auf einer Kreuzfahrt oder im Hotel etwas passieren. In der Regel werden Sie im Ausland nur behandelt, wenn Sie gleich bezahlen. Die Kosten müssen Sie sich dann zuhause erstatten lassen. Sie sollten darauf achten, dass Ihre Versicherung auch Erkrankungen und Unfälle im Zielland abdeckt. Wichtig ist, dass die Versicherung den teuersten Posten – den Ambulanzflug nach Hause – mit abdeckt.

 

Brillenversicherung

Neue Brillen sind teuer. Daher werden bei den Optikern oft gleich die passenden Versicherungen angeboten. Doch Vorsicht: Nicht immer ersetzt die Versicherung bei Bruch oder Beschädigung der Brille das gute Stück vollständig. Ein neues Gestell gibt es nur, wenn die Brille gebrochen oder beschädigt oder mindestens zwei Jahre alt ist. Wenn Sie eine besondere Fassung oder höherwertige Gläser wollen, kommen Sie um eine Zuzahlung nicht herum.

 

Krankenhaustagegeldversicherung

Diese Versicherung zahlt bei einem Krankenhausaufenthalt pro Tag eine vorher vereinbarte Summe. Allerdings ist der stationäre Aufenthalt Bedingung für die Leistung. Auf diese Absicherung können auch viele verzichten. 

 

Reisegepäckversicherung

Der Verlust des Reisegepäcks ist ärgerlich. Doch für diesen Fall müssen sie nicht zwingend eine Reisegepäckversicherung abschließen.  Ihr Gepäck ist in den meisten Fällen bereits über die Haus­rat­ver­si­che­rung abgedeckt. 


 
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